Corona-Inzidenzen

Welche Altersgruppe ist gerade am stärksten betroffen?

In der vierten Welle werden besonders Kinder im Schulalter mit dem Coronavirus infiziert. Die Grafik zeigt die Inzidenzen der Neuinfektionen nach Alter im Zeitverlauf - und die Karte, welche Gruppe aktuell wo am stärksten betroffen ist.

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0-4 J
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5-14 J
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15-34 J
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35-59 J
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60-79 J
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80+ J
Stand: 24.11.

7-Tage-Inzidenzen der Neuinfektionen nach Alter - aktuell und im Zeitverlauf

Ganz Deutschland

Gruppe mit der höchsten Inzidenz

Erste Welle
Zweite Welle
Dritte Welle
Osterferien
Pfingsten
Sommerferien
Herbstferien
Weihnachtsferien
Osterferien
Pfingstferien
Sommerferien
Herbstferien
1. Lockdown
2. Lockdown-Phase
Bundesnotbremse

Die vierte Welle ist da und trifft Deutschland mit voller Wucht. Seit dem Herbst steigt die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen auf immer neue Rekordhöhen. Mit kälteren Temperaturen und damit mehr sozialen Kontakten in Innenräumen ist die Ansteckungsgefahr deutlich gestiegen. Es ist eine Welle der Ungeimpften. Zudem lässt der Impfschutz nach, sodass in allen Altersgruppen die Infektionen steigen. Doch eine Durchseuchung trifft vor allem die, die sich noch nicht impfen lassen konnten: die Kinder.

Deutlicher Anstieg bei 5- bis 15-Jährigen im Herbst

Bereits seit Ende der Sommerferien ist die Gruppe der 5- bis 15-Jährigen Fällen am stärksten betroffen. Regelmäßige Tests in den Schulen machen asymptomatische Fälle sichtbarer als in anderen Gruppen. Zugleich trifft es bei den unter 12-Jährigen eine Gruppe mit starken sozialen Kontakten, aber ohne Impdschutz. Die Pandemie wiederholt sich: Bundesweit waren Schulkinder bereits mit der dritten Welle im Frühjahr die Altersgruppe mit der höchsten 7-Tage-Inzidenz.

Unterschiede nach Corona-Wellen, Lockdown-Phasen und Region

Die Grafik verdeutlicht, bei wem sich das Coronavirus seit Beginn der Pandemie bis heute am stärksten verbreitet hat - anhand der jeweiligen 7-Tage-Inzidenzen: laborbestätigte Fälle in der Altersgruppe innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner*innen in diesem Alter. Grundlage dafür sind die täglichen Meldungen des Robert-Koch-Instituts gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Die Kurven zeigen die täglichen Werte seit dem 22. Februar 2020 – der Balken darunter kennzeichnet die Zeiträume, in denen eine Gruppe bei der Inzidenz vorherrschend war. Hinzu kommen für eine weitere Einordnung die Wellen der Pandemie, Ferienzeiten und die Lockdown-Phasen. Regional - auf Ebene der Bundesländer (über die Auswahl) und der Kreise (Karte) zeigt sich zum Teil ein anderes Bild.

Altersgruppen mit der höchsten Inzidenz je Kreis bzw. kreisfreier Stadt

Im Infofenster werden die Inzidenzen für alle Gruppen angezeigt und mit einer Balkengrafik verglichen. Die Breite der Balken zeigt zudem die Altersverteilung im Kreis oder der Stadt: Je breiter, desto größer der Anteil.

Die Älteren waren während der ersten und zweiten Welle nicht nur medizinisch die größte Risikogruppe, sondern auch über lange Phasen tatsächlich die Gruppe mit der höchsten Inzidenz – mit einem traurigen Höhepunkt zur Weihnachtszeit, als insbesondere in Sachsen die Fallzahlen in die Höhe schnellten und viele Menschen starben.

Der Impfstart in Deutschland unmittelbar nach den Feiertagen machte wieder Hoffnung. Zu recht - auch wenn er zunächst holprig war. Bei den über 80-Jährigen, die zuerst geimpft wurden, ist die Inzidenz kontinuierlich gesunken. Doch Impfstoffmangel gepaart mit zögerlichen Maßnahmen und einer mäßigen Teststrategie konnten die dritte Welle im ersten Quartal kaum bremsen.

Schulkinder in der dritten Welle die betroffenste Gruppe

Die 15- bis 34-Jährigen lösten Anfang Februar die Alten ab. Die mobilen Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren bereits zuvor die längste Zeit, von Mai 2020 bis kurz vor Weihnachten, die Gruppe mit der höchsten Inzidenz gewesen. Doch dann herrschte monatelang Lockdown: keine Bars, keine Clubs, weniger Möglichkeiten, sich zu treffen – besonders für diese Gruppe. Die Inzidenz blieb hoch, das zu Alpha mutierte Virus traf im Frühjahr aber verstärkt die Kinder.

Das Ziel war und ist es bis heute, Kitas und Schulen so lange wie möglich offenzuhalten, auch mit einem Extra-Schwellenwert der Bundes-Notbremse von April bis Juni. Dies brachte einen Hauch von Normalität in den Alltag der Kinder, aber zugleich eine Angriffsfläche zunächst für die Coronavirus-Mutante Alpha, später für die Delta-Variante. Verstärkte Tests in den Schulen machten dies sichtbar.

Kein Impfstoff für 9,2 Millionen Kinder

Im Sommer wurde die hochansteckende Delta-Variante zur vorherrschenden. Die weitere Ausbreitung ließe sich durch konsequentes Impfen bremsen. Seit 16. August empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) immerhin Corona-Impfungen für alle Menschen ab dem Alter von zwölf Jahren. Doch bei den Erwachsenen ist die Impfkampgne im Sommer ins Stocken geraten. Das Boostern der älteren Jahrgänge setzte zu spät ein und es mangelt an weiteren Impfwilligen. Die Pandemie geht erst mit einer Grundimmunisierung zu Ende. Das geht nur durch Impfung - oder Infektion. Jüngere Kinder haben da keine Wahl. Für unter 12-Jährige fehlt noch immer ein zugelassener Impstoff, für elf Prozent der Bevölkerung (9,3 Millionen).



Quelle: Robert Koch-Institut (RKI).
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WAZ, 05.05.2021
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